| "vom
Arbeiter-Verein zum modernen Breitensport-Verein"
Die geschichtliche Entwicklung des TSV
„26 junge
Männer [...] fanden sich zur Gründung eines Turnvereins zusammen
und meldeten offiziell am 15. 1. 1861 durch die Vorstandsmitglieder Johann
Bub, Karl Vogel und Peter Müller die Bildung des neuen Vereines dem
Stadtmagistrat zur Genehmigung an.“ (Festschrift 14. – 16.
Juli 1961 S.7). Dies war der Beginn des Turnvereins 1861 in Neustadt an
der Aisch.
Im Jahre 1863 entschlossen sich die Mitglieder des Turnvereins eine Feuerlöschgruppe
aus der Taufe zu heben. Diese Bewegung ist der Ursprung der heutigen Freiwilligen
Feuerwehr der Kreisstadt.
Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Turnverein 1861 sowie die Latein-
und Präparandenschule Probleme bei der Durchführung des Turnbetriebs
wegen einer fehlenden Turnhalle. „Durch die Initiative des Vorstandes
Kaufmann Georg Vogel erwarb dann 1889 die Stadt die Reitschule (Anmerk.:
heute die Alte Turnhalle) und stellte diese als Turnhalle zur Verfügung.“
(Festschrift 14. – 16. Juli 1961 S.11). Drei Jahre später beschloss
die Generalversammlung demokratische Strukturen im Verein einzuführen.
Von da an hatten alle Mitglieder ein Stimmrecht für die Vorstandswahlen.
Im Jahre 1896 veranlasste der Vorstand, dass aus den Reihen der Turner
eine freiwillige Sanitätskolonne gegründet wurde. Aus dieser
Einrichtung ist später der Ortsverband des Bay. Roten Kreuzes entstanden,
der bis zum heutigen Tage besteht.
Einige Jahre später entschloss man sich beim Turnverein 1861 das
Jugend- und Damenturnen einzuführen. Zu dieser Zeit zählte Faustball,
Fußball, Fechten, die Pflege des deutschen Liedes und natürlich
Turnen zum Angebot des Vereins. „Der Turnverein Neustadt war zu
einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des öffentlichen Lebens
geworden.“ (Festschrift 14. – 16. Juli 1961 S.15).
Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges wurden viele Turner „zu den
Fahnen gerufen und viele kehrten am Ende des Krieges nicht mehr in ihre
Heimat zurück“ (S. 15). Trotzdem wurde nach dem Krieg der Turnbetrieb
wieder aufgenommen. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges wurde der Verein
verboten. „Ende 1945 richteten Mitglieder des frühren Arbeiterturnvereins
ein Gesuch an die Militärregierung, den [...] Arbeiterturnverein
wieder zu genehmigen.“ (S. 19) Georg Löblein wurde daraufhin
zum 1. Vorstand des neu gegründeten Turn- und Sportclubs Neustadt/Aisch,
der aus dem bürgerlichen „Turnverein 1861“ und aus dem
„Arbeiterturnverein 1908“ entstanden ist, gewählt. Etwas
später wurde noch der Zusatz 1861/08 zum Vereinsnamen gestellt, um
die Tradition des vereinigten Vereins zu wahren. . Leider sind fast keine
historische Informationen über den Arbeiterturnverein vor 1945 mehr
vorhanden.
In der Nachkriegszeit wurden „Fußball, Handball, Faustball
und Tischtennis bald mit Mannschaften und in Wettkämpfen gegen andere
Vereine gepflegt.“ (S. 21)
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Verein noch in den „Turn-
und Sportverein 1861/08 Neustadt“ umbenannt.
Nach langem Ringen und vielen Rückschlägen konnte am 12. April
1954 endlich der Grundstein für den dringend benötigten Sportplatz
gelegt werden. Die Stadt Neustadt/Aisch überlies per Erbpacht dem
TSV ein 32.500 qm großes Gelände „An der weißen
Marter“ auf dem das Vorhaben durchgeführt werden konnte. Durch
viel ehrenamtliches Engagement konnte schließlich vier Jahre später
der neue Sportplatz eingeweiht werden.
(vgl. Festschrift 14. – 16. Juli 1961)
Alexander
Dippold, Dezember 2004
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